Xing vs LinkedIn – Das Jahr der Entscheidung

Xing vs LinkedIn – Das Jahr der Entscheidung

Das Karriereportal LinkedIn ist in Deutschland auf Wachstumskurs.

Und vor allem wÀchst es schneller als das direkte deutsche Konkurrenzportal Xing. Was hat dieses Portal seinen Nutzern geboten, dass es so ein starkes Wachstum verzeichnen konnte?

Bei den sozialen Medien Plattformen, die sich auf Networking im geschÀftlichen und beruflichen Bereich spezialisiert haben, gibt es eigentlich nur zwei nennenswerte Mitspieler: LinkedIn und Xing.

Doch die amerikanische Firma, die zu dem Microsoft Konzern gehört, wĂ€chst nun viel schneller als das deutsche Pendant. Die deutsche Firma, deren Zentrale in Hamburg liegt, hinkt hinterher. Das berichtet zumindest die SĂŒddeutsche Zeitung, kurz SZ, und fĂŒgt ebenfalls hinzu, dass die amerikanische Plattform in Deutschland eine wahre Erfolgsgeschichte schreibt.

Als das erste LinkedIn-BĂŒro in MĂŒnchen im Jahr 2011 eröffnet wurde, gab es dort zu der Zeit lediglich fĂŒnf Mitarbeiter. Im Jahr 2016 ist das Team schon auf ganze 60 Mitarbeiter gewachsen und in ein grĂ¶ĂŸeres BĂŒro in einem großen Einkaufscenter in MĂŒnchen gezogen. Aktuell arbeiten dort 80 Mitarbeiter und die Zahl steigt stetig weiter – genau, wie die Zahl der Mitglieder auf der Online Plattform.

WĂ€hrend die hier beheimatete Firma immer noch die Rangliste in Deutschland mit seinen zwei Millionen mehr Nutzern als das amerikanische Pedant anfĂŒhrt, holt der Verfolger immer weiter auf.

‹‹Letztes Jahr hat LinkedIn die elf Millionen Mitglieder Marke in den deutschsprachigen LĂ€ndern geknackt – also in Deutschland, Österreich, und der Schweiz – der Verteidiger hat mit 13 Millionen Mitgliedern nur knapp mehr zu verzeichnen.

LinkedIn kann sich aktuell ĂŒber eine Million neue Nutzer pro halbes Jahr in der Region freuen. Die meisten Nutzer kommen dabei aus Köln, Frankfurt und MĂŒnchen. Ein Sprecher von Xing kommentierte dies vor einigen Monaten allerdings noch damit, dass es so aussieht, als wĂŒrden sie schneller wachsen als ihr Mitbewerber.

Networking zwischen den Mitgliedern

Der SZ sagte Barbara Wittmann, Teil der GeschĂ€ftsfĂŒhrung von LinkedIn in MĂŒnchen, dass sie sich mehr Networking unter den Mitgliedern wĂŒnscht, damit diese ihre ProduktivitĂ€t steigern können. DarĂŒber hinaus entwickeln sie stĂ€ndig neue Ideen.

Am Donnerstag soll ein neuer Service fĂŒr die deutschsprachigen Mitglieder starten. Dieser nennt sich „Karrieretipps und Mentoring“ und erlaubt es den Nutzern, karrierebezogenen Rat von anderen Nutzern zu sammeln. Die, die interessiert sind, können darĂŒber hinaus mit Mentoren in Kontakt treten, welche eine Ă€hnliche Laufbahn aufweisen, dieselben FĂ€higkeiten haben oder in dem entsprechenden Berufsfeld oder Branche lĂ€ngere Zeit gearbeitet haben.

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Mehr als nur ein Werkzeug zur Jobsuche

Seit Juli 2012 hat sich die amerikanische Firma mehr auf die Fahne geschrieben, als nur ein Tool zur Jobsuche zu sein. Mit einer BenutzeroberflĂ€che, die stark an Facebook erinnert, einen Haupt-Feed beinhaltet, auf dem Neuigkeiten angezeigt werden und außerdem neue Stellenanzeigen und Benachrichtigungen zu finden sind, die allesamt auf den Verbindungen und Interessen der Nutzer basieren. Diese unterscheidet sich sehr stark von der Startseite des deutschen Konkurrenzunternehmens, die sehr schlicht gehalten ist.

Beide Plattformen bieten den Nutzern an, Profile anzulegen und damit ein Karrierenetzwerk aufzubauen. Die Nutzer von LinkedIn werden angeregt, Fotos, Videos und Links zu teilen und detailliertere Texte bezĂŒglich ihrer FĂ€higkeiten zu verfassen. Außerdem sollen nicht nur die Nutzer untereinander interagieren, sondern auch die Admins der Seite versuchen, den User zu AktivitĂ€ten zu animieren.

‹‹Sie machen sich Influencer zu Nutze

Das Team aus Redakteuren, welche in sechs verschiedenen Sprachen arbeiten, helfen den Nutzern dabei, neue Themen aufzugreifen und unterstĂŒtzen sie bei der Sprache und den Formulierungen der jeweiligen Texte, sagte Jörg Bueroße, der Chefredakteur der deutschsprachigen Region. Außerdem seien 500 Influencer, hauptsĂ€chlich bekannte Persönlichkeiten oder Experten aus verschiedenen Themenbereichen, weltweit regelmĂ€ĂŸig auf der Plattform aktiv.

In Deutschland ist dies beispielsweise der CEO von Daimler, Dieter Zetsche, oder die Chefredakteurin der Wirtschaftswoche Miriam Meckel. ‹Diese bekommen fĂŒr ihre Posts zwar kein Geld – genau wie die weiteren 2.000 deutschen Mitglieder, die regelmĂ€ĂŸig BeitrĂ€ge veröffentlichen, doch sie haben die Möglichkeit dadurch ihre eigene Marke zu stĂ€rken.

Visitenkarte und Lebenslauf in einem

Laut dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer Wittmann, profitieren beide Seiten von den Möglichkeiten des Netzwerks. Denn lange Zeit war es ĂŒblich, aufwĂ€ndige Anschreiben fĂŒr Bewerbungen zu verwenden, heutzutage hat daran niemand mehr Interesse. Das Profil auf der Plattform ist die Visitenkarte und der Lebenslauf in einem – es braucht nur einen Klick, um sich auf eine vakante Stelle zu bewerben.

Sich auf einen Job per Knopfdruck bewerben zu können ist aber nur ein Teil des GeschĂ€ftsmodell. Ein weiterer Punkt ist, dass Recruiter interessante Kandidaten kontaktieren können und ihnen so Jobs anbieten können. Außerdem gibt es Marktlösungen, Verkaufslösungen und Premium-Mitgliedschaften. Ebenfalls ist ein Lernprogramm fĂŒr das Netzwerk zugĂ€nglich. Laut dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer ist es das Gesamtpaket, dass die soziale Plattform so erfolgreich macht. Alle zwei Sekunden registriert sich ein neuer Nutzer. Weltweit gibt es aktuell 530 Millionen.

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